Bis vor kurzem war ich ja der Meinung, dass eine deutsche Synchronisiergung ausländischer Fernsehsendungen grundsätzlich nur schlechter sein kann, als das Original. Das trifft für aktuelle Serien und Filme durchaus auch zu – pauschalisiert: je jünger die Serie, desto schlechter die Synchro.
Schönes Beispiel, wo die deutsche Synchronfassung sogar besser ist, als das Original, ist “Hogans Heroes”, in Deutschland bekannt als “Ein Käfig voller Helden”.
Das, was ich an aktuellen Serien-Synchros immer bemängele, nämlich dass Akzente nicht transformiert werden, wurde hier im umgekehrten Sinne angewendet. Im Positiven, denn die Serie lebt in der Synchros sehr vom Sächseln der Colonel Klink, und vom Bayern des Feldwebel Schulz. “I hör nix, und i seh nix” ist einfach ne halbe Welt eingängiger, als “I see nothing, and I hear nothing, nothing.”…und es transportiert die Idee der Serie extrem viel besser, als das Original.
Fazit: Früher war alles besser, vor allem die Sychro.
Wie ist eigentlich die Quote der im englischen verdammt genialen Big Bang Theory in DE? Würde mich ansgesichts der mörderischen Synchro nicht wundern, wenn das Ding hier flöpperte.
Absolut unterstützenswert.
Ein “wunderbares” aktuelles Beispiel ist The Big Bang Theory – das, was man in DE damit gemacht hat, dürfte mit Serienmord ganz gut beschrieben sein ;-/.
Alle durchaus sehenswert, die ersten 4 extrem. Big Bang ist das ultimative Sarkasmus-Feuerwerk, leider mit etwas zu stark gespickt mit nervigen Sitcom-Lachern…aber die genialen schauspielerischen Leistungen reissen das locker raus. Weeds wird übrigens auch endlich fortgesetzt, und demnächst startet Eureka in die neue Staffel!
Und wer es noch nicht weiß: Scrubs wird entgegen vieler Vermutungen im Herbst in die 9. gehen.
Wie immer empfehle ich die Inhalation aller Genannten in Englisch – die deutsche Synchro ist i.d.R., euphemistisch ausgedrückt, einfach suboptimal.
…schlecht, einfach nur verdammt grauslig schlecht ist die deutsche Synchronisation von LOST. Hatte ich schon mal erwähnt, aber es quälte mich heute wieder so stark, dass ich ein wenig googelte im Netz recherchierte.
Und siehe da: es gibt einen Stimmenvergleich.
Der zeigt auch denjenigen, die nicht das Vergnügen haben das Original schauen zu können, ganz wunderbar, wie man die Glaubwürdigkeit der Charaktere durch miserable Synchronisation fast vollständig vernichten kann. Fast, weil die Kenntnis des Originals natürlich meine subjektive Wahrnehmung der synchronisierten Fassung beeinflusst – wer den Originalton nicht kennt, darf die synchronverbrochenen Charaktere ein klein wenig glaubwürdig finden.
Nachtrag: ebenfalls schlecht sieht es bei “How I Met Your Mother” aus, nicht ganz so schlecht, aber schon noch ziemlich störend ist es bei “House M.D.”. Ein Beispiel für eine gute Synchro soll aber auch nicht fehlen: “Pushing Daisies”.
Merken: auf keinen Fall um 23hundert noch anfangen Parker Lewis zu gucken, wenn am nächsten Tag Termine anstehen.
Das Ding ist für mich nicht nur Nostalgie und 90er pur, sondern war ganz offensichtlich auch Vorbild für Scrubs, was Stilmittel angeht. Das schmälert das Vergnügen von Scrubs allerdings nur minimalst – dass die 8. Staffel Scrubs eher mau ist, hat andere Gründe. Da ist irgendwie der frische Wind raus, das blitzt nicht so wie früher.
Mit “How I met your mother”, natürlich.
Le….gen….-wait for it -…. dary!.
Suit up!
Die Genialität dieser Serie erschliesst sich dem geneigten Zuschauer allerdings mal wieder nur, wenn man sie mit Originaltonspur geniesst. Die deutsche Synchronisation ist wiedermal erheblich schlechter als suboptimal.
Ist es wohl eine Manifestation der Krise des deutschen Privatfernsehens, dass man keine einzige aktuelle Serie auch nur halbwegs hochwertig synchronisiert bekommt? Mich persönlich stört das ja nur insofern, als dass ich mir die Serien im Original besorgen muss, statt sie frei Haus geliefert zu bekommen. Mir wäre es allerdings lieber, wenn ich am DVB-Receiver die englische Tonspur auswählen könnte. Technisch wäre das übrigens kein Problem.
Für die Sender ist das Ganze dramatischer: je schlechter eine Serie synchronisiert wurde, desto schlechter sind ihre Aussichten auf ein Stück vom Quotenkuchen. Und desto unwahrscheinlicher ist ein positives Return Of Investment. Das Serien wie “Lost” oder “My Name Is Earl” in DE nicht so wirklich breit einschlagen, dürfte meines Erachtens eben zu einem nicht unerheblichen Teil an der miserablen Synchronisation liegen. Die ist nämlich neben dem visuellen Eindruck maßgeblich für die Glaubwürdigkeit eines Charakters verantwortlich. Sitzt im Sync-Studio ein Laiendarsteller, merkt man das dem Produkt eben so gut wie immer an. Die Glaubwürdigkeit leidet. Und im Fernsehmarkt auch leider die Chance auf ein positives ROI.
Nachtrag: durchaus interessantes Detail am Rande: die richtig coolen Serien bringen momentan eher die kleinen Sender. Dexter und Californication wären z.B. eigentlich Material für einen Premium-Sendeplatz bei einem der “Großen” gewesen. Aber Letztere spielen offensichtlich lieber sicher, statt sich durch eine mutige Abhebung vom Einheitsbrei vor dem “Untergang” zu retten.
Und ganz ehrlich, selbst die schrecklich nette Familie der Neuzeit ™, aka “Für alle Fälle Jim” hätte Potential für einen der “Großen” gehabt.
Ob Entourage es wohl irgendwann mal nach DE schafft?
Regelt! Ich erwische mich regelmässig dabei mit einem Serienmörder zu sympathisieren – harter Tobak, und Spannung pur.
Die Charaktere sind größtenteils stimmig, wenn auch so richtig nur im Original, denn die deutsche Synchronisation saugt leider mal wieder gewaltig – insbesondere Seargeant Battista kommt völlig anders rüber, überhaupt hat man in der Synchronisation nationale Akzenze komplett unter den Tisch fallen gelassen. Debora ist allerdings auch im Original ziemlich auf der Kippe, irgendwie werde ich mit ihr nicht wirklich warm.
Sehr cool finde ich auch den Soundtrack, es vergeht kaum ein Dienstag, an dem ich ihn nicht immer wieder im Kopf habe.
Definitiv ein must-watch für Serienliebhaber! Und in HD macht es (insbesondere im absolut genialen Makro-Vorspann) noch mehr Spass.
Habe gestern mit der BBFDW (besten besten Freundin der Welt) nochmal die 3. Staffel im Originol zuendegeguckt, und dabei fragten wir uns, warum LOST hierzulande eher mau läuft. Gerade eben nochmal in die deutsche Version reingeschaut, und siehe da, die Antwort ist simpel und symptomatisch für viele Importe: dank der grottenschlechten Synchronisation sind die Charaktere auf Deutsch einfach nicht glaubwürdig.
Wer bitte hatte denn bei Sat1 die Schnapsidee, dass eine Quasi-1:1-Kopie der britischen Comedy-Serie “The IT Crowd” in DE funktionieren kann?
Und wie hat man Sky Dumont dazu gebracht das Ganze auch noch als “lustiger als das Original” zu bezeichnen?
Mutig ist es ja schon, das muss man ihnen lassen, den ziemlich schrägen und von Stereotypen nur so strotzenden Humor der Serie in Deutschland an den Konsumenten bringen zu wollen.
Dummerweise bringt die Sat1-Version den Witz des Originals absolut nicht rüber, was gerade bei so speziellem Humor auch wenig verwundert – ich stehe ja schon auf sehr schrägen Humor, aber nachdem ich die erste Folge des Originals gesehen hatte, habe ich erstmal gezögert, ob ich mir Folge 2 auch noch antue. Tat ich, und fand irgendwie hinein.
Wie soll etwas lustiger als das Original sein, wenn es a) eine 1:1-Kopie ist, und b) die deutschen Schauspieler die im Original vielfach vorhandene Situationskomik nichtmal ansatzweise glaubwürdig rüberbringen?
Nachtrag 11.01.: Markus Baumer hat einen 1:1 Vergleich zusammengestellt: