Synchro
313 / 2009 [10.11.2009] von
hilmi
Bis vor kurzem war ich ja der Meinung, dass eine deutsche Synchronisiergung ausländischer Fernsehsendungen grundsätzlich nur schlechter sein kann, als das Original. Das trifft für aktuelle Serien und Filme durchaus auch zu - pauschalisiert: je jünger die Serie, desto schlechter die Synchro.
Schönes Beispiel, wo die deutsche Synchronfassung sogar besser ist, als das Original, ist “Hogans Heroes”, in Deutschland bekannt als “Ein Käfig voller Helden”.
Das, was ich an aktuellen Serien-Synchros immer bemängele, nämlich dass Akzente nicht transformiert werden, wurde hier im umgekehrten Sinne angewendet. Im Positiven, denn die Serie lebt in der Synchros sehr vom Sächseln der Colonel Klink, und vom Bayern des Feldwebel Schulz. “I hör nix, und i seh nix” ist einfach ne halbe Welt eingängiger, als “I see nothing, and I hear nothing, nothing.”…und es transportiert die Idee der Serie extrem viel besser, als das Original.
Fazit: Früher war alles besser, vor allem die Sychro.
Wie ist eigentlich die Quote der im englischen verdammt genialen Big Bang Theory in DE? Würde mich ansgesichts der mörderischen Synchro nicht wundern, wenn das Ding hier flöpperte.
Geschrieben in TV |
November 13th, 2009 um 12:03
Ein schönes Beispiel für gute Synchronfassungen ist ja die Uraltserie “Die Zwei”. Das Original “The Persuaders” war ein Flop, die deutsche Fassung hingegen ein großer Erfolg. Angeblich sollen die Produzenten der Serie sogar die Rechte an der deutschen Synchronfassung erworben haben, um sie wiederum ins Englische zu übersetzen.
Bei “Air Plane” (Original) wurde der “Jive”, jener Slang der schwarzen Mitreisenden für die deutsche Fassung “Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug” trefflich ins Bayerische übertragen.
Es mag gerne 20 Jahre her sein, daß ich beide Sprachversionen gesehen habe. Sie sind mir bis heute in guter Erinnerung geblieben.
Von solchen Glanzlichtern abgesehen, gebe ich beim Ansehen von Filmen in englischer Sprache auf DVD generell sehr gerne dem Originalton zusammen mit englischen Untertiteln den Vorzug.
Das Fernseh bietet diese Möglichkeit meines Wissens nicht, was nur einer der vielen Gründe ist, warum ich auf dieses Medium schon seit über einer Dekade konsequent verzichte.
Insofern bin ich freilich alles andere als auf dem neuesten Stand schlechter Synchronfassungen billiger Serienproduktionen.
Mein letztes Erlebnis an einem Fremdfernsehapparat war ein Dialog über “Ein Stück Silikon”, das in der Serie “Bugs” Fragen der nationalen Sicherheit berühren sollte. Mir hatte sich allerdings nicht erschlossen, warum Fugenschmiere für Feuchträume ein wichtiges Thema für Geheimdienste sind.
Okay, eigentlich habe ich es schon verstanden, weil ich erkennen konnte, daß die Übersetzer den Unterschied zwischen silicon und silicone nicht kannten.
Wenn man allerdings gute Englischkenntnisse braucht, um eine deutsche Synchronfassung zu verstehen, erschließt sich mir der Sinn der “Übersetzung” nicht mehr so ganz.
Abschließend hätte ich noch eine Anregung zu Ihrem Kommentarwesen, mein lieber Herr Hilmi. Rechts und unterhalb des Textfelds wo man seinen Senf einfüllen darf ist noch eine Menge Platz. Das Textfeld hingegen ist geradezu winzig. Da fällt es mir schwer, den Überblick über meinen Kommentar zu behalten. Hätten Sie nicht Lust, Ihren Besuchern das Kommentieren schmackhafter zu machen, indem Sie in der style.css den Eintrag “#commentform textarea” zum Beispiel so gestalten:
#commentform textarea {
background: #f8f7f6;
border: 1px solid #d6d3d3;
width:500px;
height: 600px;
}
November 16th, 2009 um 3:09
Gratulation zur erfolgreichen Fernsehabstinenz - was Wichtiges verpasst man da nicht.
Die Anregung in Sachen Kommentarfeld ist soeben auf der ToDo-Liste für meinen nächsten Besuch im Maschinenraum gelandet.